Eroret
Ein Höhepunkt war die feierliche Eröffnung der Boarding School. Die Dankbarkeit der Familien – insbesondere der Mütter – war überwältigend. 54 Mädchen sind bereits eingezogen und haben nun einen sicheren Ort zum Wohnen und Lernen.
Der Tagesablauf ist klar strukturiert: frühes Aufstehen, gemeinsames Frühstück, Unterricht, Sport, Lernzeiten – und dennoch bleibt Zeit für Gemeinschaft. Besonders interessant: Die zusätzlichen Abendlernzeiten, die eigentlich für die Mädchen in der Boarding School gedacht waren, stießen auch bei den anderen SchülerInnen der Schule auf großes Interesse. Viele von ihnen gehen nach Hause, kehren aber abends nochmals zurück, um ebenfalls teilzunehmen.



Auch die Eroret-Schule insgesamt wächst. Derzeit besuchen 322 Kinder die Eroret School. Das Landwirtschaftsprojekt und der Brunnen laufen erfolgreich, und ein ehemaliger Schüler hat das Gelände der Schule liebevoll landschaftlich gestaltet. Zudem ist mit Christine eine sehr engagierte Sozialarbeiterin im Team, die Familien nun gezielter begleiten kann. Gemeinsam mit den anderen ausgebildeten Rainworker (Multiplikatoren) gibt sie in der Community außerdem Workshops zu Themen wie Familienplanung, FGM, Kinderschutz uvm.

Bei unseren Homevisits wurde erneut sichtbar, wie groß die Armut in der Region ist. Viele Familien leben in einfachen Lehmhütten, Polygamie, frühe Verheiratungen von Mädchen und FGM sind noch weit verbreitet. Umso wichtiger ist es, die Kinder so lange wie möglich in der Schule zu halten.
Besonders berührt haben uns zwei Begegnungen:
Alice, 11 Jahre alt, lebt nun in der Boarding School. Ihre Mutter ist verstorben, und schon früh musste sie sich um den Haushalt kümmern. Durch Zufall wurde einer unserer Lehrer auf sie aufmerksam und konnte ihren Vater überreden, Alice in die Schule zu schicken. Sie hat nun eine Chance auf Bildung – anders als ihre jüngere Schwester, die mit 10 Jahren bereits verheiratet wurde.
Roda musste bisher über eine Stunde zur Schule gehen. Ihre Mutter wurde in sehr jungen Jahren als dritte Ehefrau an einen älteren Mann verheiratet und stand nach dessen Tod mit drei Kindern allein da. Für sie ist es ein großes Glück, dass Roda nun in der Boarding School wohnen darf und bessere Chancen für ihre Zukunft bekommt.



Mary Hill
Auch in Awasi gab es Grund zum Feiern: Das neue Community Center und der Brunnen wurden eröffnet. Schon jetzt holen viele Familien regelmäßig Wasser, und die Freude über die neue Versorgung ist groß.


Ein weiterer Höhepunkt war das Medical Camp. An zwei Tagen konnten wir rund 450 Menschen mit medizinischer Basisversorgung erreichen. Es war beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen das Angebot angenommen haben. Parallel dazu machten wir Homevisits und konnten Frauengruppen bei ihren wöchentlichen Treffen begleiten. Viele Frauen versuchen mit großem Engagement, durch kleine Einkommensmöglichkeiten wie Setzlingsverkauf oder Handarbeiten ihre Familien zu versorgen – trotz widriger Umstände.
Auch die Nursery School läuft sehr gut. Die Kinder lernen begeistert, und die Lehrerinnen wünschen sich bereits eine Erweiterung, damit die Kleinsten auch weiterhin in der Nähe zur Schule gehen können.




Wir kehren voller Dankbarkeit zurück. Die Projekte wachsen, Kinder bekommen Bildung und Schutz, und die Gemeinschaften vor Ort bringen sich aktiv ein.
All das ist nur durch Ihre Unterstützung möglich. Herzlichen Dank dafür!
Wir freuen uns, Ihnen in zwei Wochen bei unserer Spenderveranstaltung noch mehr Eindrücke, Fotos und Geschichten persönlich zu erzählen.

