Pia Nigisch

Mich bei den Austrian Doctors zu engagieren, wurde mir vermutlich in die Wiege gelegt. Ich erinnere mich an den Tag, als ich zum ersten Mal im Haus meiner Großeltern die vielen Fotos aus den Einsatzländern im Büro meines Opas, Dr. Werner Waldmann, fand. Ab dem Moment wurden von ihm immer wieder Geschichten von Kindern, Familien und ihren Schicksalen erzählt. Anders als bei den Mädchen auf den Fotos war es bei mir in Österreich nie eine Option, als Kind nicht in die Schule geschickt zu werden. Meine Schulausbildung war der Grundstein, auf den ich mein Medizinstudium aufbauen konnte und mich deshalb jetzt – unter anderem gemeinsam mit den Austrian Doctors – für Frauengesundheit stark machen kann.


Denn knapp die Hälfte der Weltbevölkerung sind Frauen. Und Frauen leben zwar länger, verbringen aber weniger Lebensjahre in guter Gesundheit. Frauen sind von sozioökonomischen Gesundheitsfaktoren, insbesondere der Armut, deutlich stärker betroffen als Männer. Genau aus diesem Grund machen die Bildungsprojekte der Austrian Doctors, wo Mädchen und Buben gleichermaßen gefördert werden, nicht nur Unterschiede für den beruflichen Werdegang, sondern sind in weitester Hinsicht auch ein wichtiger Aspekt der Krankheitsprävention für Mädchen und heranwachsende Frauen.


Frauen haben weltweit ein Recht auf respektvolle und korrekte Behandlung ihrer Erkrankungen. Aber die Gesundheitsrisiken von Frauen, ihr Gesundheitsverhalten und ihre Krankheitsverläufe unterscheiden sich von jenen der Männer. Wenn wir somit an die Frauengesundheit in Ländern des globalen Südens denken, darf uns nicht nur die Notwendigkeit von gut ausgebildeten Hebammen und GynäkologInnen einfallen. Wir sollten auch an die Notwendigkeit der Schulung des Gesundheitspersonals anderer Fachdisziplinen neben der Frauenheilkunde denken und auch das läuft über Bildung.


Daher liegen mir als Frauenärztin, als Frau und als Mutter einer Tochter unsere Schulprojekte und Stipendienprogramme genauso am Herzen wie die medizinischen Projekte und die Workshops zum Thema Familienplanung und sexuelle Gesundheit im Community Center in Awasi. Nur zunehmende Bildung aller Kinder unabhängig vom Geschlecht kann langfristige Veränderung bringen. Und somit freue ich mich, dass unsere Schulprojekte in Kenia, Indien und Bangladesch mit ihren Bildungsinhalten und der Förderung von Mädchen ein kleines Puzzlestück des großen Ziels der Verbesserung der Frauengesundheit sind.


Ihre Dr.in Pia Nigisch
Schriftführerin der Austrian Doctors

Wir unterstützen weltweit Projekte

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