Wer eine gute Idee hat, bewirbt sie zunächst einmal im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis. So war das auch bei mir. Dr. Christian Gruber und seine Frau Ursula, mit denen mich eine langjährige Freundschaft verbindet, haben mich nach der Gründung der Austrian Doctors mit ihrem Feuer der Begeisterung angesteckt und motiviert, mich für die gute Sache zu engagieren, bei Veranstaltungen mitzuhelfen und Beiträge und Berichte vor ihrer Veröffentlichung zu lektorieren. Auf diese Weise habe ich die Entwicklung der verschiedenen Projekte vom Schreibtisch aus mitverfolgt und immer besser kennengelernt.
Im Mai 2025 wurde mir die Ehre zuteil, Mitglied des Vorstandes zu werden. Diese Funktion legt es nahe, die Projekte vor Ort zu besuchen und unsere ProjektpartnerInnen persönlich kennenzulernen. Und so ging es im September 2025 gleich einmal nach Kenia.
Als Lehrerin und Lehrerfortbildnerin interessierte es mich natürlich sehr, wie der Unterricht an den Schulen ablaufen würde, welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede ich zur Schule in Österreich feststellen könnte. Was sofort ins Auge sticht, ist die Einfachheit der Mittel: Tafel, Kreide, ein paar selbst gefertigte Plakate. Das ist auch schon alles, wird aber durch unglaublich viel Engagement seitens der Lehrkräfte und überaus großen Lerneifer der Kinder wettgemacht, was mich sehr berührt hat. LehrerInnen wie SchülerInnen leitet die Vision einer besseren, sichereren Zukunft. „Girls with dreams become women with visions“, lautet auch das Credo der Verantwortlichen der neu errichteten Boarding school (Internat) in Eroret, wo derzeit 54 Mädchen leben, die überglücklich sind über ihren „safe space“.
Der enge Zusammenhang zwischen Bildung und Gesundheit spiegelt sich in den Projekten der Austrian Doctors sehr deutlich wider. Nur wer über die Vermeidbarkeit von Krankheiten durch Hygienegrundsätze wie regelmäßiges Händewaschen Bescheid weiß, wird eine Routine darin entwickeln. Dasselbe gilt für ausgewogene Ernährung. Deshalb sind die in den letzten Jahren errichteten Brunnen auch so wichtig. Dank ihnen ist es möglich, ausreichend sauberes Wasser zu haben, Felder zu bewässern, um dort Gemüse für die Schulmahlzeiten anzubauen. Usw.
Der ganzheitliche Ansatz, den wir mit Schule, Erwachsenenbildung und Sozialarbeit, Brunnenbau und Aufforstung und natürlich Gesundheitsfürsorge verfolgen, sorgt für nachhaltige Entwicklung. Dass die Impulse dabei von unseren ProjektpartnerInnen vor Ort ausgehen, stimmt mich besonders zuversichtlich. Gemeinsam versuchen wir umzusetzen, was schon Goethe festgestellt hat: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.“ Teil dieser Gemeinschaft zu sein, die etwas Gutes bewegen will und konkret in deren Umsetzung geht, ist für mich persönlich das „Glück, helfen zu können“.
Ihre Mag.a Helga Längauer-Hohengaßner
Schriftführerin-Stv. der Austrian Doctors