Ein Klassenzimmer ohne Wände: Die Eroret School auf Schulausflug
Für viele Kinder der Eroret School war es eine Premiere: zum ersten Mal die eigene Umgebung verlassen, zum ersten Mal Nairobi besuchen und für manche sogar zum ersten Mal ein Flugzeug aus nächster Nähe starten und landen sehen. Mitte Juli machten sich insgesamt 154 SchülerInnen auf den Weg zu einem besonderen Schulausflug. Auf dem Programm standen das National Museum, der Snake Park und der Wilson Airport. Ein Ausflug, der Unterrichtsinhalte lebendig machte – und gleichzeitig neue Zukunftsperspektiven eröffnete.
Lernen außerhalb des Klassenzimmers
Am 13. und 14. Juli 2026 tauschten 154 SchülerInnen der Klassenstufen 2 bis 9 im Alter zwischen acht und 16 Jahren ihr Klassenzimmer gegen einen Tag voller neuer Eindrücke. Jeweils sieben Lehrkräfte begleiteten die Kinder und Jugendlichen. Auch Mitglieder des Schulvorstands waren bei der Exkursion dabei.
Der Ausflug begann bereits um 7 Uhr morgens und dauerte bis 17 Uhr. Für viele der SchülerInnen war es die erste größere Reise außerhalb ihrer Heimatregion – und der erste Besuch in Nairobi.
Doch die drei Stationen waren nicht zufällig gewählt. Sie knüpften direkt an das an, was die Kinder zuvor im Unterricht gelernt hatten: Sozialkunde und Geschichte im National Museum, Naturwissenschaften und Artenschutz im Snake Park sowie Berufsorientierung am Wilson Airport.
So wurde aus theoretischem Wissen plötzlich etwas, das die SchülerInnen mit eigenen Augen sehen und erleben konnten.
Fossilien, Pythons und Flugzeuge
Rund drei Stunden verbrachten die SchülerInnen im National Museum. Besonders beeindruckend waren für viele die Fossilien und die Überreste früher Menschen. Geschichte, die sie zuvor aus dem Unterricht kannten, wurde auf einmal greifbar.
Anschließend ging es für etwa eine Stunde in den Snake Park. Dort sorgten vor allem die großen Pythons und anderen Reptilien für Begeisterung. Gleichzeitig erfuhren die Kinder mehr über Reptilien und die Bedeutung des Artenschutzes.
Ein weiterer Höhepunkt wartete am Wilson Airport. Zwei Stunden lang konnten die SchülerInnen die Welt der Luftfahrt kennenlernen. Für viele war es das erste Mal, dass sie ein Flugzeug aus nächster Nähe starten und landen sahen.
Kein Wunder also, dass nach dem Ausflug vor allem drei Dinge Gesprächsthema blieben: Flugzeuge, riesige Pythons und Reptilien.
Wenn aus Unterricht Zukunftsträume werden
Genau darin liegt die besondere Bedeutung solcher Schulausflüge: Die SchülerInnen erleben, dass das, was sie im Unterricht lernen, auch außerhalb des Klassenzimmers eine Rolle spielt. Gleichzeitig entdecken sie neue Orte und Berufsfelder, mit denen sie in ihrem Alltag bisher kaum in Berührung gekommen sind. So kann ein Besuch im Museum Interesse für Geschichte wecken, während der Flughafen vielleicht den Wunsch entstehen lässt, eines Tages selbst PilotIn zu werden.
Viele SchülerInnen der Eroret School kommen aus benachteiligten Familien und haben nur selten die Möglichkeit zu reisen. Solche Erfahrungen eröffnen ihnen neue Perspektiven, wecken Neugier und stärken das Selbstvertrauen. Vor allem aber zeigen sie den Kindern, welche Möglichkeiten ihre Zukunft bereithalten kann.
Gemeinsam möglich gemacht
Finanziert wurde der Schulausflug durch Beiträge der Eltern. Pro SchülerIn wurden 1.600 Kenianische Schilling beigesteuert, die Transport und Eintrittsgebühren abdeckten. So konnten die Kinder gemeinsam einen ganzen Tag außerhalb des Klassenzimmers lernen und neue Erfahrungen sammeln. Auch Mitglieder des Schulvorstands begleiteten die SchülerInnen auf ihrer Reise nach Nairobi.
Eine Reise, die Horizonte öffnet
Nach einem langen Tag kehrten die SchülerInnen mit vielen neuen Eindrücken nach Hause zurück. Was bleibt, sind nicht nur Erinnerungen an Fossilien, Pythons und Flugzeuge.
Der Ausflug hat den Kindern gezeigt, dass Lernen überall stattfinden kann – im Museum, beim Beobachten von Tieren oder direkt neben einer Landebahn. Vor allem aber hat sie ihnen einen Blick auf eine Welt ermöglicht, die für viele zuvor weit entfernt war.
Denn Bildung bedeutet nicht nur, Wissen zu vermitteln. Sie bedeutet auch, Kindern zu zeigen, welche Möglichkeiten vor ihnen liegen – und sie darin zu bestärken, groß zu träumen, unabhängig davon, woher sie kommen.

