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Drei Monate in Dhaka: Oberalmer engagiert sich für Austrian Doctors

22.09.2026 | Bangladesch

Erfahrungen fürs Leben

Vor zehn Jahren besuchte Severin Neureiter unsere Projekte in Bangladesch und Indien zum ersten Mal. Diesen Sommer kehrte der 25-Jährige zurück – diesmal nicht nur als Besucher, sondern als Volunteer. Mehr als drei Monate unterstützte er unsere Arbeit in Bangladesch mit seinem technischen Wissen und als Englischlehrer. Zwei Wochen verbrachte er außerdem in Indien und besuchte dort unsere Projekte.

Eine Verbindung, die schon früh begann

Die Austrian Doctors begleiten Severin bereits seit seiner Kindheit. Sein Vater verbindet eine langjährige Freundschaft mit Dr. Christian Gruber, einem Gründungsmitglied der Austrian Doctors. So lernte Severin unsere Arbeit und unsere Projekte schon früh kennen. 2016 reiste er schließlich selbst nach Indien und Bangladesch und besuchte dort mehrere unserer Einrichtungen. Schon damals stand für ihn fest, dass er eines Tages zurückkommen möchte. Zehn Jahre später bot sich die Gelegenheit dazu – dieses Mal wollte Severin aber nicht nur zu Besuch sein, sondern selbst mitarbeiten. 

„Ich wollte auch etwas beitragen und nicht nur als Tourist die Projekte anschauen.“

Mitten im Projektalltag in Dhaka

Den Großteil seines Aufenthalts verbrachte Severin in Bangladesch. Vor allem an der Manda School und im dazugehörigen Trainingcenter in Dhaka war er im Einsatz. Außerdem besuchte er die Korail School und die Gandaria School und lernte dadurch unterschiedliche Bereiche unserer Arbeit und die Teams vor Ort näher kennen. Als Elektriker konnte Severin dabei sein Fachwissen direkt einbringen. Ein Schwerpunkt lag auf der Planung und Auslegung von Solaranlagen sowie auf der elektrischen Sicherheit in den Gebäuden. Gemeinsam mit den lokalen Mitarbeitenden wurden unter anderem neue Sicherungskästen und Abdeckungen umgesetzt. Damit seine Arbeit auch nach seiner Rückkehr weiter genutzt werden kann, erstellte er außerdem eine Sicherheits- und Dokumentationscheckliste, die zukünftige Wartungsarbeiten erleichtern soll. Für den Elektrikerkurs im Trainingcenter entwickelte Severin einen neuen Lehrplan mit einer festen Themenstruktur. 

Vom Elektriker zum Englischlehrer

Doch Technik war nicht seine einzige Aufgabe. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter vor Ort unterrichtete Severin 11- bis 14-jährige SchülerInnen der Manda School sowie ältere Teilnehmende eines Computerkurses des Trainingceter in Englisch. Besonders die Begegnungen und Gespräche mit den jungen Menschen blieben ihm in Erinnerung. Dabei ging es nicht nur um den Englischunterricht, sondern auch um ihre Berufswünsche, Zukunftspläne und Vorstellungen für ihr weiteres Leben. So wurde aus einem technischen Volunteer-Einsatz schnell eine Erfahrung, bei der vor allem der persönliche Austausch eine große Rolle spielte.

Zwei Wochen unterwegs in Indien

Seine Reise führte Severin auch für zwei Wochen nach Indien. Dort besuchte er die Projekte der Austrian Doctors und konnte sich selbst ein Bild von der Arbeit vor Ort machen. Auch Indien war für ihn kein unbekanntes Land: Bereits bei seiner ersten Reise im Jahr 2016 hatte er dort Einrichtungen der Austrian Doctors besucht. Zehn Jahre später zurückzukehren und die Projekte erneut zu erleben, machte diesen Teil seiner Reise zu etwas Besonderem.

Was sich in zehn Jahren verändert hat

Vor allem in Bangladesch konnte Severin unmittelbar sehen, wie sich die Projekte seit seinem ersten Besuch entwickelt haben. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist das heutige achtstöckige Trainingcenter. Bei seinem Besuch im Jahr 2016 kannte Severin davon lediglich das Fundament in einem Reisfeld. Heute ist das Gebäude mit Leben gefüllt und bietet unterschiedliche Ausbildungsangebote. Auch sein eigener Blick auf die Projektarbeit hat sich verändert: „Vor zehn Jahren waren wir fünf Tage als große Gruppe zu Gast. Heuer war ich allein und für drei Monate mit echter Aufgabe dort.“ Durch seinen längeren Aufenthalt konnte er den Alltag und die Arbeit der Austrian Doctors und der lokalen Teams aus einer völlig neuen Perspektive kennenlernen. 

Ein Moment, der bleibt

Ein Erlebnis ist Severin besonders in Erinnerung geblieben: eine Exkursion mit seinen SchülerInnen ins Trainingcenter. Gemeinsam mit zahlreichen Mitarbeitenden ging es bis auf die Dachterrasse des achtstöckigen Gebäudes. Dort wurde ihm noch einmal bewusst, wie viele Menschen von der Arbeit und den Angeboten vor Ort profitieren. „In dem Moment wusste ich, es war die beste und richtigste Entscheidung.“ 

Die Verbindung bleibt

Nach dreieinhalb Monaten ist Severin wieder zurück in Österreich. Seine Verbindung zu den Projekten soll damit aber nicht enden. Auch von Salzburg aus möchte er die weitere Entwicklung verfolgen, insbesondere die Fortschritte im technischen Bereich im Blick behalten und den Austausch mit den Menschen vor Ort aufrechterhalten. Und auch ein weiterer Besuch in unseren Projekten ist für ihn gut vorstellbar. Auf die Frage, ob er wieder nach Bangladesch gehen würde, hat Severin eine klare Antwort: „Ja! Nicht sofort, aber bald. Es gibt noch viel zu tun und viele Dinge zu sehen.“ 

Seine Zeit als Volunteer fasst er selbst wohl am treffendsten zusammen: „Heiß, sinnstiftend und ein Geschenk.“ 

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