Sierra Leone

Sierra Leone gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Bis heute leidet das Land an den Folgen des Bürgerkriegs. Zwischen 1991 und 2002 wurden zwei Millionen Menschen aus ihren Dörfern vertrieben und kehrten erst in den letzten Jahren aus den Flüchtlingscamps zurück. Rund die Hälfte aller Mädchen und Frauen in Sierra Leone sind laut Studien physischer und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Davon werden die Hälfte der Taten nicht offiziell gemeldet. Meist leben die Mädchen und Frauen in Abhängigkeit zur gewaltausübenden Person.  

Die Zahlen über weibliche Genitalverstümmelung sind erschreckend hoch: So sind laut eines Berichts von UNICEF in den Jahren von 2004 bis 2015 rund 90 Prozent der Mädchen und Frauen in Sierra Leone zwischen 15 und 49 Jahren Opfer weiblicher Genitalverstümmelung geworden. Zusammen mit der einheimischen Commit & Act Foundation haben wir nun zwei Projekte zum Schutz von Frauen und Mädchen gestartet.

Ein Schutzhaus für missbrauchte Mädchen und junge Frauen

Das Makeni Girls Shelter ist ein Schutzhaus für Mädchen und junge Frauen, die sexuelle Gewalt und Missbrauch erlitten haben. Es ist ein Ort, an den sie kommen können, um medizinisch und psychologisch betreut zu werden. Ein Ort, an dem sie temporär ein neues Zuhause finden. Denn nicht selten werden sie nach Bekanntwerden der Tat verstoßen und aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen. Umso mehr, wenn die Mädchen schwanger geworden sind. Im Schutzhaus finden sie alle notwendigen Ansprechpartnerinnen und Hilfsangebote.

Fortbildung und Vorbilder

Unser zweites Projekt konzentriert sich auf Bildung zum Thema weibliche Genitalverstümmelung. Den Familien und Mädchen soll durch Aufklärung genug Wissen vermittelt werden, um ihre Kinder nicht beschneiden zu lassen. Zusätzlich soll es dafür einen finanziellen Anreiz geben und dadurch die Familien auch aus der Armutsspirale holen. Die Familien bekommen über drei Jahre verteilt vierteljährlich einen Beitrag ausgezahlt, um ein kleines Gewerbe zu etablieren, das ihnen in Zukunft den Unterhalt sichert. Mit Fortbildungen werden sie in der praktischen Umsetzung unterstützt. Insgesamt 200 Familien werden an diesem Projekt teilnehmen und so hoffentlich zu Vorbildern.

Jede Spende hilft!

Drei schwer erkrankte Malaria-Patienten können mit 90 Euro stationär behandelt und geheilt werden.