Philippinen: von den Slums in Manila bis auf die abgelegenen Inseln wie Luzon

Immer wieder suchen Naturkatastrophen die Philippinen heim und zerstören das, was in mühevoller Arbeit aufgebaut wurde. Die Wirtschaft weist die für Entwicklungsländer typische Zweiteilung auf: Einerseits gibt es moderne Industriezweige und einen boomenden Dienstleistungssektor, auf der anderen Seite Armut und Subsistenzwirtschaft. Die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung ist auf den Philippinen sehr groß. Unsere Arbeit unterstützen unsere fest angestellten einheimischen Mitarbeiter, freiwillig arbeitende „Volunteer Healthworker“ und staatlich angestellte Hebammen, die in kleinen Gesundheitszentren und Armenhospitälern dauerhafte basismedizinische Versorgung anbieten.

Luzon: Leben wie vor hunderten von Jahren

Unsere Einsatzregion auf Luzon steht auf Platz zwei der 20 ärmsten Provinzen auf den Philippinen. Viele indigene Stämme in den Tälern der Cordilleras leben noch heute wie schon vor hunderten von Jahren. Einen Arzt suchte man hier lange Zeit vergebens. Doch seit Februar 2018 zählen die Bergbauern in den abgeschiedenen, extrem armen Provinzen Apayao und Kalinga zu unserem Patientenkreis. Zudem bilden wir Einheimische zur Stärkung des lokalen Gesundheitswesens zu Gesundheitsarbeitern aus. Mit unserer "Rolling Clinic", einem als Krankenstation umgebauten Unimoq, werden PatientInnen in weit abgelegenen Bergdörfern erreicht. Da immer die gleichen Routen gefahren werden, weiß die Bevölkerung, wann die "Rolling Clinic" wo angetroffen werden kann. Da es aber oft keine Straßen gibt, wird die "Rolling - " manchmal zur "Walking Clinic".

Mindoro und Manila: Von der Hauptstadt auf die Nachbarinsel

Von Manila, wo die Arbeit unseres Vereins in den 80er Jahren begann, haben wir 2015 unseren Schwerpunkt auf die Insel Mindoro verlegt. Auch hier sind "Rolling Clinics" im Einsatz, die in einer 10-tägigen Reise die Nord-Süd Route bewältigen und dabei 38 Stops zum Behandeln einlegen. Der Besuch unserer Doctors mit ihren „Rolling Clinics“ in den verarmten und abgelegenen Dörfern ist für die Inselbewohner die einzige Möglichkeit, sich von einem Arzt behandeln zu lassen.

Trotz Corona auf den Philippinen: Unsere Hilfe bleibt

Auf den Philippinen durften die Menschen während eines rund zweimonatigen „total lock­downs“ ihre Häuser kaum ver­lassen und infolgedessen ihre Felder nicht bestellen. Die radikale Maßnahme zur Eindämmung von Covid-19 bedroht tausende Menschen, insbesondere die vielen Tagelöhner, die kein Ein­kommen mehr er­wirtschaften konnten und nicht wissen, wie sie sich und Ihre Familie ernähren sollen. Rücklagen haben nur die wenigsten, kommen sie doch selbst in normalen Zeiten gerade so über die Runden. Zudem werden unsere Projektgebiete auf Luzon und Mindoro immer wieder von Taifunen heimgesucht und die Menschen sind dringend auf humanitäre Nothilfe angewiesen, wie etwa nach dem heftigen Taifun Haiyan. Mittlerweile wurden die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen gelockert, wobei immer wieder regionale Lockdowns verhängt werden. Damit hat sich auch das Corona-Virus weiter auf den Philippinen ausgebreitet und ist mittlerweile auf allen Inseln angekommen.

Lebensmittelpakete für über 13.000 Familien

Mehr als 13.000 vom Hunger bedrohte Familien konnten unsere Teams mit dringend benötigten Lebensmitteln wie Reis, Sardinen und Milch sowie Seife für die Ein­haltung der Hygiene­maßnahmen versorgen. Dem unermüdlichen Engagement unseres Teams vor Ort sei Dank!

Medizinische Hilfe geht weiter

Mehrere Wochen musste die Rolling Clinic in unseren Projekten auf Luzon und Mindoro pausieren. Dank eines offiziellen Passierscheins durfte das lokale Team unsere Patientinnen und Patienten in den entlegenen Dörfern jedoch weiterhin mit dringend benötigten Medikamenten versorgen und Notfälle in die nächstgelegenen Krankenhäuser fahren. Inzwischen rollen die mobilen Ambulanzen auf Luzon und im Norden Mindoros wieder, insofern die lokale Situation es zulässt.

Telemedizin auf Mindoro

Um die Patientinnen und Patienten nicht unversorgt zu lassen, haben wir auf Mindoro ein Telemedizin-Projekt gestartet. Dafür haben wir unsere basismedizinisch gut ausgebildeten Gesundheitsarbeiterinnen mit Smartphones ausgestattet. Sie sind damit in den Dörfern unterwegs und Ansprechpartnerinnen bei gesundheitlichen Problemen. Sobald die Erkrankungen ihre medizinische Kompetenz überschreiten und sie Unterstützung benötigen, können sie via Telemedizin ihre Fragen und anonymisierte Patientendaten und -bilder an sechs ehrenamtliche ÄrztInnen in Deutschland senden.

Jede Spende hilft!

Mit einer Unterstützung von 100 Euro ist die stationäre Behandlung eines erkrankten Kindes in einem unserer Krankenhäuser auf Mindanao gesichert.

Aktuelles aus Mindanao

Daten & Fakten

Projektbeginn: 1985

Anzahl Ärzte zurzeit: Vier Ärztinnen/Ärzte in den Philippinen

Einsätze: 38 unentgeltliche Einsätze im Jahr 2019. Von 1985 bis heute wurden von den Ärztinnen/Ärzten in Miondoro und Luzon insgesamt 581 unentgeltliche Einsätze durchgeführt.

Patientenkontakte: Jährlich werden auf Mindoro alleine über 25.000 Behandlungen vorgenommen auf Luzon ca. 10.000 Behandlungen.

Partner: Die German Doctos sind eine offiziell in den Philippinen registrierte Nichtregierungsorganisation.

Struktur: Drei Armenhospitäler, vier Rolling Clinics zur Versorgung der Landbevölkerung und Ausbildung von Gesundheitsarbeitern.

Einsatzgebiet(e): Rolling Clinics in den Provinzen Misamis Oriental, Bukidnon, Marilog District (Davao City) und Arakan (North Cotabato), sowie Armenhospitäler mit Ambulanzen in den Städten Cagayan de Oro und Valencia sowie in der abgelegenen Ortschaft Buda.

Häufigste gesundheitliche Probleme: Erkältungen, Hauterkrankungen, Tuberkulose.

Schwerpunkte: Basismedizinische Hospitäler in Buda, Cagayan de Oro und Valencia. Vermittlung von grundlegendem Wissen zu den Themen Gesundheit, Hygiene und gesunde Ernährung in sogenannten Family Health Classes. Schwangerenbetreuung und Geburtshilfe. Ausbildung von Gesundheitsarbeitern. Basismedizinische und zahnärztliche Versorgung der ländlichen Gebiete durch die Rolling Clinics.