Indien: Kalkutta

Bunt, laut, vielseitig, chaotisch.. Als wachsende Volkswirtschaft wird Indien bald das bevölkerungsreichste Land der Welt sein. Das 1,2 Milliarden Einwohner Land steht vor enormen Herausforderungen in der Armutsbekämpfung (70% der Bevölkerung müssen mit weniger als $2 / Tag auskommen). Bis zu einem Drittel der indischen Neugeborenen sind von schwerer Mangelernährung bedroht. Kein Wunder, reicht doch das Geld vieler Slumbewohner oft nur für eine Reismahlzeit am Tag. Ein Arztbesuch ist unleistbar.

Die große Ungleichheit ist besonders in Kalkutta zu spüren und zu sehen. Die westbengalische Metropole gehört zwar zu den wirtschaftlich aufstrebenden Städten Asiens, jedoch lebt die große Masse der Tagelöhner und Rikscha-Fahrer – sowie derer, die überhaupt kein Einkommen haben – unter schlechtesten Bedingungen. Slums mit bis zu mehreren hunderttausend Einwohnern sind über die Stadt am Ganges verteilt.

Jeden Tag fahren drei Teams mit jeweils zwei Ärzten in die verschiedenen fix bestehenden Slumambulanzen. Dort behandeln sie bis zu 400 bedürftige Patienten täglich. Neben diesen Einrichtungen betreiben wir in der indischen Metropole Tuberkulosekrankenhäuser für Männer, Frauen und Kinder. Auch Ernährungsprogramme und Programme zur Frauenförderung bilden einen wichtigen Teil des Projekts und werden von einheimischen Mitarbeitern betreut. So werden die Lebensbedingungen in den Armenvierteln verbessert. Langfristiges Ziel ist das Funktionieren dieser Einrichtungen auch ohne unsere Hilfe. 

Jede Spende hilft!

Mit Hilfe von 15 Euro kann ein Kind gegen HIB geimpft und wirksam gegen eine lebensbedrohliche Hirnhautentzündung geschützt werden.

Aktuelles aus Indien

Daten und Fakten

Projektbeginn: 1983

Anzahl Ärzte zurzeit: Sechs Ärztinnen/Ärzte.

Einsätze: 55 unentgeltliche Einsätze im Jahr 2015. Von 1983 bis Ende 2015 wurden von den Ärztinnen und Ärzten insgesamt 1.353 unentgeltliche Einsätze durchgeführt.

Patientenkontakte: Jährlich werden in Kalkutta über 60.000 Behandlungen vorgenommen.

Struktur: Täglich fahren drei Teams mit jeweils zwei Ärzten nach einem festen Raster in die verschiedenen Slumambulanzen im Stadtgebiet Kalkuttas und Howrahs. Daneben gibt es unter Leitung der German Doctors Tuberkulose-Krankenhäuser für Männer, Frauen und Kinder sowie verschiedene Tuberkulose-Ambulanzen. Ferner wird ein stationäres Ernährungsprogramm für schwer unterernährte Kinder unterhalten.

Einsatzgebiet(e): Slums der Schwesternstädte Kalkutta und Howrah.

Häufigste gesundheitliche Probleme: Infektiöse Erkrankungen, Fehl- und Unterernährung, Diabetes, Bluthochdruck, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Tuberkulose.

Schwerpunkte: Station für schwer unterernährte Kinder in Shibpur, Tuberkulose-Krankenhaus St. Thomas-Home für Frauen, Tuberkulose-Klinik für Männer, Pushpa-Home für an Tuberkulose erkrankte Kinder, Impfprogramme für Kinder, Schwangerenbetreuung