Bangladesch : Chittagong und Dhaka

In Bangladesch sind unsere ÄrztInnen in Chittagong und in der Hauptstadt Dhaka tätig. Zusammen mit dem einheimischen Team versuchen wir, unsere PatientInnen über Gesundheitsthemen aufzuklären und zu schulen. Zusätzlich haben wir in Dhaka eine große Slumschule, in welcher mittellose Kinder aus den umliegenden Slums Grundausbildung bekommen.

Arztprojekt Chittagong

Chittagong wächst drastisch und die Slums werden stetig an die Peripherie gedrängt. Für viele Bedürftige wurde der Weg zu unserem Gesundheitszentrum zu weit. Um diesen Menschen trotzdem unsere Hilfe zukommmen lassen zu können, bauten wir zwei sogenannte „Community based Center“ (CbC), Gemeindezentren, in deen wir unterernährte Kinder betreuen sowie Hygiene-und Ernährungsschulungen für Mütter anbieten. Die CbCs dienen auch Frauengruppen als Treffpunkt. Als ständiger Anlaufpunkt für PatientInnen gibt es die Klinik MCPP (Medical Center for the poorest of the poor). Im Slum drehen zusätzlich jeden Tag "Social Screening Teams" ihre Runden.

Die Hauptstadt Dhaka

In der eng bebauten Millionenstadt Dhaka bleibt kaum noch freies Gelände, und für die Ärmsten der Armen bleibt wenig Platz. Immer wieder werden Slums eingeebnet und die Bewohner vertrieben. Nicht selten bauen die Armen Hütten auf Stelzen, um den Raum über schmutzigen Abwasser-Seen zu nutzen. Unter diesen unhygienischen Verhältnissen entstehen zahlreiche Krankheiten. Dort leben unsere PatientInnen, Menschen aus den Schichten derer, die für umgerechnet ca. ein bis zwei Euro pro Tag Rikscha fahren oder in den Textilfabriken arbeiten. Auch SexarbeiterInnen und Drogenabhängige zählen dazu.

In den Armutsvierteln der Industrievororte kommt von der staatlichen Hilfe kaum etwas an. Die Gesundheitsversorgung in dem Gebiet ist schlecht, viele PatientInnen können sich keinen Arztbesuch leisten. Deshalb haben wir uns entschlossen, unsere ärztliche Hilfe ab Juli 2019 in das Industriegebiet Savar am nördlichen Stadtrand zu verlagern. Gemeinsam mit der Caritas Bangladesch betreiben wir nun dort, wo ein neuer "Hotspot" der Armut entstanden ist, unsere Gesundheitsstationen.

Damit die heranwachsende Generation eine Chance auf ein besseres Leben hat, unterstützen wir auch Grund- und weiterführende Schulen in den Slums.Manda School Dhaka

Die aktuelle Situation in den medizinischen Projekten in Bangladesch: Unsere Hilfe bleibt!

In Bangladesch ist die Lage sehr bedrückend. Die Regierung hat eine totale Ausgangssperre verhängt und die Polizei greift hart durch, wenn die Menschen sich entgegen der staatlichen Anweisungen in Gruppen auf der Straße aufhalten. Unsere medizinische Arbeit im Gesundheitszentrum sowie in den vier über das Stadtgebiet Chittagongs verteilten Ambulanzen ist somit aktuell nicht möglich. Ein einheimischer Arzt, der zunächst die durch den Abzug der deutschen Einsatzärztinnen und -ärzte entstandene Versorgungslücke sehr engagiert und erfolgreich gefüllt hatte, musste seine Tätigkeit leider wieder einstellen.

Unsere Hilfsleistung beschränkt sich momentan auf die vielen unter- und mangelernährten Kinder, die normalerweise in zwei Gemeindezentren warme, nahrhafte Mahlzeiten bekommen, unter fachkundiger Anleitung von ihren Müttern gekocht. Den Familien dieser Kinder haben unsere Mitarbeitenden Lebensmittelpakete nach Hause gebracht, die ausreichend Nahrung für zehn Tage beinhalten.

Unsere Mitarbeitenden in Dhaka engagieren sich in diesen Tagen vor allem in der Aufklärung rund um das Thema Corona. Sie gehen durch die Slums, in denen viele der in der Textilindustrie Arbeitenden leben, verteilen dort Atemschutzmasken und informieren über die erforderlichen Hygienemaßnahmen.

Jede Spende hilft!

Mit einer Spende von 30 Euro helfen Sie 10 Kindern, lebensnotwendige Untersuchungen beim Arzt durchführen zu lassen.

Daten & Fakten

Projektbeginn: 1989

Anzahl Ärzte zurzeit: in den beiden Projekten gemeinsam sind konstant immer fünf Ärzte der German und Austrian Doctors anwesend.

Einsätze: 28 unentgeltliche Einsätze im Jahr 2019. Von 1989 bis heute wurden von den Ärztinnen/Ärzten insgesamt 538 unentgeltliche Einsätze in Dhaka und von 2000 - 2019 343 unentgeldliche Einsätze in Chittagong durchgeführt.

Patientenkontakte: Jährlich werden in Dhaka über 20.000 Behandlungen vorgenommen in Chittagong über 22.000 Behandlungen.

Partner: Projektpartner ist die Caritas Bangladesch.

Einsatzgebiet(e): Slums der Millionenstadt Dhaka und im Slum von Chittagong.

Häufigste gesundheitliche Probleme: Mangel- und Unterernährung, Magen-Darm-Krankheiten, Bronchitis, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Asthma, Hautkrankheiten, Tuberkulose.

Schwerpunkte: Ernährungsprogramm für unterernährte Kinder, Patientenunterricht zu Beginn der verschiedenen Sprechstunden in den Slums. I