Mit der Rolling Clininc ins Sundarban-Delta

Die ersten Touren haben gezeigt: Der Bedarf ist groß und das Angebot wird gut angenommen!

In ländlich abgeschiedenen Regionen rund um die Millionenstadt Kalkutta ist die Armut und der Bedarf an medizinischer Hilfe groß. So auch im Sundarban-Delta, wo wir im Oktober ein neues Projekt gestartet haben. Die Sundarbans sind das größte Mangrovengebiet der Erde und befinden sich sowohl auf indischem wie auch auf bangladeschischem Staatsgebiet. Die Landschaft im Deltagebiet ist von vielen Flüssen durchschnitten und Überschwemmungen und Wirbelstürme zerstören regelmäßig Behausungen und Felder. In der abgelegenen Gegend leben vorwiegend muslimische Gemeinschaften und traditionelle Dalit-Gruppierungen. Die meisten Menschen leben unter sehr einfachen Bedingungen vom Fischfang, vom Ackerbau und vom Sammeln von Honig.

Dadurch sind auch die medizinischen Anlaufstellen rar. Wenn es doch eine Gesundheitsstation in der Nähe gibt, dann ist diese meist nicht gut ausgestattet. Ärzte arbeiten ungern in einer solch abgelegenen Gegend, und so fehlt es an gut ausgebildetem medizinischem Personal. Die Auswirkungen sind fatal: Viele Frauen entbinden lieber zu Hause, da es in den Zentren keine weiblichen Gynäkologinnen gibt. Nicht ohne Grund ist die Mütter- und Kindersterblichkeit in diesem Gebiet höher als im Landesdurchschnitt.

Um den Menschen vor Ort eine medizinische Hilfe zu gewährleisten, haben wir mit den Rolling Clinics in der Region begonnen. Die ersten Touren haben gezeigt: Der Bedarf ist groß und das Angebot wird erfreulich gut angenommen! Ein einheimischer Arzt oder eine Ärztin besucht gemeinsam mit Gesundheitsarbeiterinnen nach einem festen Raster unterschiedliche Dörfer, um die Menschen dort zu behandeln. Darüber hinaus bieten wir Aufklärungs- und Präventionsveranstaltungen zu verschiedenen Themen die Gesundheit betreffend an. Mit der staatlich anerkannten indischen Hilfsorganisation Asha haben wir einen starken Partner vor Ort, mit dem wir das Projekt umsetzen. Um das lokale Gesundheitssystem langfristig zu stärken, werden im ersten Schritt 60 Community Health Workers ausgebildet