Einsatz in Nairobi - Dr. Christian Gross berichtet

Baraka bedeutet in Kenia Frieden und danach ist unsere medizinische Basisstation im Mathare Valley Slum in Nairobi benannt. Anfang Jänner brach unser Salzburger Einsatzarzt Dr. Christian Gross in die Hauptstadt Kenias auf, um dort als Kinderarzt im Baraka Medical Center zu arbeiten.

Baraka bedeutet in Kenia Frieden und danach ist unsere medizinische Basisstation im Mathare Valley, der zweitgrößte Slum Ostafrikas, benannt. Anfang Jänner brach unser Salzburger Einsatzarzt Dr. Christian Gross in die Hauptstadt Kenias auf, um dort als Kinderarzt im Baraka Medical Center zu arbeiten.

Ein Ernährungszentrum, in dem wir uns um unter- und mangelernährte Kinder und Erwachsene kümmern, ist ein Teil des Nairobiprojekts. "Es ist wie eine Insel für gutes Überleben", erzählt Dr. Gross. Sechs Wochen lang behandelte er dort täglich ca. 60 bis 70 Patienten, hauptsächlich Kinder. Dr. Gross lässt uns teilhaben an seiner Arbeit als Kinderarzt im Untersuchungsraum in der Hauptambulanz Baraka und erzählt von einem seiner kleinen Patienten:

"Der kleine Bub sieht etwas blass aus, sonst scheint er in Ordnung zu sein. Nur habe er häufig starke Schmerzen in den Beinen und Fingern, berichtet die Mutter. Unser gutes Labor bestätigt meine Vermutung: Sichelzellanämie - eine in Afrika eher häufige, heimtückische Blutkrankheit mit höchst schmerzhaften Krisen und oft frühem Tod. Eine leidvolle Zukunft für den Buben und seine Familie scheint gewiss.

Wir aber können etwas dagegen tun:

Unserer Akutambulanz angeschlossen ist das "Nutrition Center" mit seinen vielfältigen Aufgaben. Eine davon ist unsere Spezialambulanz für ca. 200 an Sichelzellanämie erkrankte Kinder und Jugendliche, die von dem kenianischen Kinderarzt Dr. Wafula geleitet wird. Dort schicke ich auch meinen kleinen Patienten hin, damit er die bestmögliche Behandlung bekommen kann. Alle vor Ort erhältlichen medikamentösen Behandlungen und eine vorbildliche psychosoziale Begleitung ermöglichen ihm ein Leben weitgehend ohne Schmerzen und gefährliche Krisen. Die Mutter ist heilfroh, dass ihr Sohn bei uns gut aufgehoben ist. Im staatlichen Krankenhaus hätte sie keine Chance auf medizinische Versorgung. Denn ohne Geld, wird man gar nicht angeschaut. Das Nutrition Center wird von der kenianischen Schwester Caroline geleitet. Sprachliche und kulturellen Barrieren sind durch die enge Zusammenarbeit mit den einheimischen Mitarbeitern minimal.

Weitere Schwerpunkte sind Akutbehandlungen (z.B. Rehydrierung) von Durchfallerkrankten und die fachgerechte Behandlung von Kindern mit Rachitis. Die dazu benötigten Vitamin D - Tropfen werden von den Austrian Doctors zur Verfügung gestellt.

Ein großes Problem, wie ich es in anderen Projekten immer wieder erlebe, sind auch in Nairobi Armenerkrankungen wie die Tuberkulose. Diese PatientInnen versorgen wir in unserer Spezialambulanz. Es ist dort Platz für ca. 2000 Betroffene, meist besonders bedürftige Tuberkulose- und HIV-Erkrankte."

Das "Nutrition Center" des Baraka Ambulanzzentrums im Mathare Valley in Nairobi ist ein Beispiel wie wir versuchen "Hilfe, die bleibt" für die Bedürftigen zu schaffen. Wie lange ÄrztInnen dort schon arbeiten? Das Projekt in Nairobi starteten die German Doctors 1997. Insgesamt wurden seither unglaubliche 777 unentgeltliche Einsätze geleistet. Der Einsatz von Dr. Gross war bereits sein vierter in diesem Projekt.